Subspratsprachen
Substratsprachen sind Sprachen, die vor der Romanisierung auf dem Territorium der späteren Romania gesprochen wurden und durch das Latein verdrängt wurden. Der Begriff wurde ca. 1875 von Graziadio Ascoli geprägt.
Die Substrathypothese bezeichnet die Annahme, dass die von den eroberten vorrömischen Völkern im Vulgärlatein hinterlassenen sprachlichen Spuren der entscheidende Grund für die sprachliche Ausgliederung der Romania sind.
Substratsprachen in der Romania
- Etruskisch: Italien, Sardinien und Korsika
- Griechisch: Süditalien
- Sikulisch und Sikanisch: Sizilien
- Ligurisch und Rätisch: Oberitalien
- Baskisch: Nordspanien und Südfrankreich
- Keltisch: Oberitalien und Frankreich
- Iberisch und Keltiberisch: Spanien
- Illyrisch und Thrakisch: Rumänien
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Superstratsprachen
Superstratsprachen sind die Sprachen der Eroberer des Römischen Reiches, vor allem Germanen zur Zeit der Völkerwanderung, die in der Romania einige Jahrhunderte mit dem Latein bzw. dem Romanischen koexistierten, sich aber nicht durchsetzten:
- Ostgoten (493-553) und Langobarden (568-774) in Italien
- Burgunder (ab 443) und Franken (ab 481), Normannen (um 800) in Gallien
- Westgoten (507-711) in Hispanien
Adstratsprachen
Adstratsprachen sind Sprachen, die mit anderen Sprachen in Kontakt stehen bzw. Einfluss, auf andere Sprachen ausüben.
- Germanisches Adstrat im Rätoromanischen
- Arabisches Adstrat auf der Iberischen Halbinsel
- Fremdsprachliche Einflüsse im Rumänischen (slawische Sprachen, Griechisch)